Tätigkeits- und Finanzbericht der Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blindenverbandes ONLUS für das Jahr 2005
Liebe Freunde!Anhand dieses Berichtes möchte der Vorstand der Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blindenverbandes ONLUS die Mitglieder über die verschiedenen Tätigkeiten im sehr ereignisreichen Jahr 2005 informieren. Verbandsintern war das Jahr geprägt von der Neuwahl der Verbandsorgane sowie von der Abhaltung des XXI. Nationalkongresses. Es konnten auch einige außerordentliche Projekte abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Natürlich war die laufende Verbandstätigkeit stets auf die Anliegen und Bedürfnisse der Blinden und Sehbehinderten in Südtirol ausgerichtet.
Seit der Erneuerung der Verbandsorgane gehören dem Präsidium unserer Landesgruppe Josef Stockner als Präsident, Cristiana Cattoi Colombi als Vizepräsidentin und Alfred Unterhofer als delegiertes Vorstandsmitglied an. Weitere Vorstandsmitglieder sind Cinzia Bancaro, Nikolaus Fischnaller, Peter Innerhofer, Bellino Masiero, Elisabeth Mayr Seebacher, Karl Schmuck und der Beisitzende Riccardo Tomasini. An dieser Stelle sei dem langjährigen Vorstandsmitglied und Vizepräsidenten Dorino Cestarollo, der nicht mehr für die Wahl kandidiert hat, herzlich für seinen Einsatz und seine tatkräftige Mitarbeit gedankt.
Von der Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blindenverbandes werden etwa 850 Sehgeschädigte, rund 220 Vollblinde, 520 Teilblinde und 110 hochgradig Sehbehinderte betreut. Davon sind rund 630 eingeschriebene Mitglieder. Im vergangenen Jahr gab es 65 Neueinschreibungen, während 46 Mitglieder verstorben sind. Ihnen werden wir ein ehrendes Andenken bewahren.
Nach diesen allgemeinen Informationen wenden wir uns nun den einzelnen Tätigkeitsbereichen zu.
1. Verbandsorgane
Im Laufe des Jahres 2005 traf sich der Vorstand zu sechs Sitzungen, um die Abwicklung der laufenden Verbandstätigkeit zu gewährleisten. Das Präsidium traf sich öfters, um dringende Beschlüsse zu fassen. Die Vorstandsmitglieder setzten sich stets für die Anliegen der Sehgeschädigten ein und vertraten den Verband bei Veranstaltungen und Tagungen zu verschiedenen Themen, wie „Pflegesicherung in Südtirol“, „Volksanwaltschaften in Europa“ oder „Selbsthilfe und Professionalität in der sozialen Arbeit".Laut geltendem Verbandsstatut vertritt derzeit Stockner als Vorsitzender der Sektion Bozen auch die Sektion von Trient im Nationalvorstand des Italienischen Blindenverbandes. So nahm er am 11.06. in Tirrenia an einer Versammlung der Führungskreise, am 15.10. in Rom an einer Zusammenkunft der Regionalpräsidenten sowie am 16.11. in Rom bzw. am 17.12. in Tirrenia an Sitzungen des Nationalvorstandes des Blindenverbandes teil. Nach In-Kraft-Treten des neuen Verbandsstatutes, welches beim XXI. Nationalkongress genehmigt worden ist, werden beide Sektionen mit Sitz und Stimme im Nationalvorstand vertreten sein.
Josef Stockner vertritt weiterhin den Verband im Landesbeirat für Soziales in der Sektion für Behindertenarbeit. Im Herbst wurden Vorschläge für die Neuernennung der Sprengelbeiräte eingebracht, wobei sich zahlreiche Mitglieder wieder zur Mitarbeit bereit erklärten. Nikolaus Fischnaller arbeitete im Seniorenbeirat der SVP mit. Riccardo Tomasini kümmerte sich im Interesse des Verbandes um die verbandseigenen Immobilien. Die Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter pflegten durch Hausbesuche den Kontakt zu anderen Betroffenen.
Die beiden Jahreshauptversammlungen sowie die traditionelle vorweihnachtliche Feier waren für zahlreiche Mitglieder und Freunde unserer Landesgruppe wie immer ein beliebter Treffpunkt für Kontakt und Austausch.
2. Personal und Tätigkeit im Verbandsbüro
Die umfangreiche Arbeit im Verbandsbüro wurde von den drei Angestellten durchgeführt. Im Jahre 2005 wurde das Team durch eine Freiwillige ergänzt, welche für ein Jahr ihren Zivildienst bei unserer Landesgruppe leistete. In 26 Wochenstunden erledigte sie Botengänge, war den Mitarbeitern bei Büroarbeiten sowie beim Vorlesen behilflich und stand bei Bedarf auch den Mitgliedern als Begleitperson zur Verfügung. Wir bemühen uns, auch in Zukunft die Hilfe einer/eines solchen freiwilligen Mitarbeiterin/Mitarbeiters in Anspruch nehmen zu können und reichen immer wieder entsprechende Projekte ein. Im Rahmen der Bozner Herbstmesse stellte sich der Verband am Stand des Referats Zivildienst der Autonomen Provinz vor, um das Interesse der Jugendlichen für diesen Dienst zu wecken.In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass zwei Mitglieder im Jahre 2005 den Begleitdienst durch freiwillige Zivildienstleistende in Anspruch genommen haben. Wie bekannt, ist dies für Zivilblinde möglich, sofern sie aus Arbeits- oder Gesundheitsgründen bzw. wegen einer sozialen Tätigkeit eine Begleitperson benötigen. Die Ansuchen können an den Blindenverband gerichtet werden, der ein entsprechendes Projekt mit einer Laufzeit von einem Jahr einreichen muss.
Im Laufe des Jahres nahm jeweils eine Angestellte an einer Fortbildung des Pensionsversicherungsinstituts INPDAP sowie an einer Fortbildung über Augenerkrankungen und deren Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen teil.
Das Verbandsbüro arbeitete mit der Sektion Trient und mit dem Hauptsitz in Rom zusammen, um die verschiedenen Weisungen und Programme auch auf lokaler Ebene umzusetzen.
3. Renten und Patronatsarbeit sowie Erleichterungen
Im Jahre 2005 wurden 102 Visiten von der Landeskommission vorgenommen, einige Revisionsvisiten inbegriffen. Die Wirtschaftskommission behandelte 165 Anträge um finanzielle Leistungen für Zivilblinde. Als Interessensverband sind wir Mitglied jener Kommission, in welcher wir die Anliegen der Sehgeschädigten direkt vertreten können. Wir verfolgten die Abwicklung der Ansuchen bis zu deren Abschluss mit der entsprechenden finanziellen Zuwendung für die Betroffenen.Außerdem ist der Verband den Sehgeschädigten auch bei der Abwicklung anderer sozialrechtlicher und bürokratischer Verfahren behilflich. Diese Unterstützung erweist sich nicht selten als sehr notwendig, da manchmal wegen Unkenntnis der sachbearbeitenden Beamten Betroffene ohne die Intervention ihres Interessensverbandes um ihr Recht gebracht werden könnten.
Während des abgelaufenen Jahres konnte den Mitgliedern berichtet werden, dass sie für Fahrten mit Regional- und Interregionalzügen und auf den Strecken innerhalb der Provinz durch Vorweisen des Mitgliedsausweises kostenlos den Zug benützen können. Dies ist auch deswegen eine große Erleichterung, da Sehgeschädigte ja nicht oder nur schwer die Automaten zum Lösen und Entwerten der Fahrkarten benützen können.
4. Berufsausbildung und Arbeitseingliederung
Es ist eine wichtige Aufgabe des Blindenverbandes, die Berufsausbildung von Sehgeschädigten zu verfolgen und sich um die entsprechende Arbeitseingliederung zu kümmern. Ein junger blinder Mann wurde für die Ausbildung zum Telefonisten in das Blindeninstitut nach Triest geschickt, wobei wir uns um die Abfassung der notwendigen Ansuchen kümmerten und die Vorbereitung des Betroffenen auf den Kurs mit einem finanziellen Beitrag unterstützten. Unsere Mitarbeiter nahmen weiters an den Besprechungen für die Arbeitseingliederung einer späterblindeten Frau teil.Auch im Jahr 2005 setzten wir uns konsequent für die korrekte Anwendung der gesetzlichen Maßnahmen zur Arbeitsausübung ein. Im Fall eines Mitgliedes konnte erreicht werden, dass dieses weiterhin in dem von ihm erlernten Beruf als Telefonist tätig sein kann, was aufgrund personeller Umstrukturierungen vom Arbeitgeber anders geplant worden wäre. Ein anderes Mitglied, das schon einige Jahre als Telefonist tätig war, aber immer mit einem zeitlich befristeten Arbeitsvertrag, konnte endlich unbefristet und im Sinne des Gesetzes Nr. 113/1985 für blinde Telefonisten eingestellt werden.
Am 26.05. und am 15.07. hielten die Masseure bzw. die Telefonisten ihre jeweilige Landesversammlung ab, wobei die Anliegen dieser Berufsgruppen diskutiert und die Landesvertreter gewählt wurden.
5. Schule, Ausbildung und Elternarbeit
Große Bedeutung hat der Bereich der Schule und Ausbildung, weil davon ja die Zukunftsperspektiven unserer sehgeschädigten Jugendlichen abhängen. Der Blindenverband beschäftigt sich zwar nicht direkt mit der Beratungstätigkeit für Familie und Schule, verfolgt und unterstützt aber die Arbeit der Frühförderung und Schulberatung für sehgeschädigte Kinder und Jugendliche als Mitglied in den Teambesprechungen, die regelmäßig im Blindenzentrum stattfinden. Diese Dienste werden vom Blindenzentrum angeboten und organisiert, um sehgeschädigte Kinder bereits in der Familie zu fördern, sie auf die Integration in Kindergarten und Schule vorzubereiten und sie dann fortführend je nach Bedarf zu begleiten.Ebenso wichtig ist die Elternarbeit, welche innerhalb des Verbandes von der Elterninitiative sehgeschädigter Kinder „ELISE“ geleistet wird. Hier arbeiten Eltern, die Rehadienste des Blindenzentrums sowie der Blindenverband zwecks Erfassung, Förderung und Information zusammen. Diese Gruppe organisierte am 28.05. ein Elterntreffen, das dem Kennen lernen und Austausch unter den Eltern diente.
Die Koordinatorin der ELISE Ulrica Kostner nahm am 17. und 18.06. in Perugia an einer Tagung der Elternvertreter zum Thema “Die Familien sehgeschädigter, mehrfachbehinderter Kinder und Jugendlicher“ teil.
Sechs Kinder trafen sich vom 22. bis 26.08. im Blindenzentrum „St. Raphael“ zu den Ferien- und Erlebnistagen, mit denen man sehgeschädigte Kinder im Grundschulalter ansprechen wollte.
6. Rehabilitation und Hilfsmittel
Auch in diesem Bereich arbeiten wir eng mit den Rehabilitationsdiensten des Blindenzentrums zusammen. Der Blindenverband beteiligt sich mit 567,50 Euro an den Kosten für das Rehabüro. Weiters übernimmt er den Ankauf von verschiedenen Hilfsmitteln zum Vorzeigen und Ausprobieren. Dabei wurden 9.548,43 Euro ausgegeben.Zahlreiche Mitglieder reichten über unser Büro bei den Sanitätsbetrieben Gesuche um Gewährung von Beiträgen für den Kauf von Hilfsmitteln ein. Wir sind ihnen bei der bürokratischen Abwicklung der Ansuchen behilflich und stehen dazu mit den verschreibenden Augenärzten, den Lieferfirmen sowie den zuständigen Ämtern in Kontakt. Bei der Anschaffung von elektronischen Geräten, die meist sehr kostspielig, aber für Sehgeschädigte unbedingt notwendig sind, konnten wir Zuschüsse in Höhe von 1.308,00 Euro gewähren, um einen Teil jener Kosten zu decken, die von der öffentlichen Hand nicht getragen werden.
7. Öffentlichkeitsarbeit sowie Abbau von Barrieren
Der Blindenverband nimmt immer wieder Gelegenheiten wahr, um die Öffentlichkeit auf die Bedürfnisse Sehgeschädigter aufmerksam zu machen. Dazu gehört das Auftreten in den Medien, weiters nahmen unsere Vertreter auch an Informationsveranstaltungen in Schulen und bei Seniorengruppen teil. Große Aufmerksamkeit seitens der Presse erfuhr die offizielle Übergabe eines Blindenführhundes durch den Lion-Club an ein Mitglied des Verbandes am 04.08. Die Vorstellung des Buches unseres Vorstandsmitgliedes Nikolaus Fischnaller mit dem Titel „Bilder, die tragen – Unterwegs mit Erinnerungen ans verlorene Augenlicht“ erfuhr ein reges Medienecho, weckte aber auch großes Interesse in der Öffentlichkeit. Es handelt sich um die Schilderung der eigenen Kindheit und des Werdegangs, der begleitet war von der schrittweisen Abnahme des Sehvermögens. Das Buch vermittelt viele Hinweise zum besseren Verstehen von sehgeschädigten Menschen und für einen unbefangeneren Umgang zwischen Sehenden und Sehgeschädigten. Das Buch ist bisher in deutscher Sprache in Schwarzdruck, in Blindenschrift und als Hörbuch erschienen.Der Blindenverband bemühte sich auch im letzten Jahr, die Behörden auf verschiedene Schwierigkeiten aufmerksam zu machen. Es wurden in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der Sozialverbände, der Abbau architektonischer Barrieren, die Anbringung blindengerechter, akustischer Verkehrsampeln sowie Erleichterungen bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gefordert. Dabei gab es mehrere Zusammenkünfte und Lokalaugenscheine mit Technikern der Gemeinde Bozen sowie mit den Vertretern der städtischen Autobusgesellschaft SASA. Kontakte zu anderen Gemeinden Südtirols sowie zu den Landesbehörden waren immer wieder erforderlich. Leider kann nicht von größeren Erfolgen in diesem Bereich berichtet werden, sondern nur von einzelnen, kleinen Verbesserungen. So paradox es klingen mag, mussten wir sogar bei den zuständigen Behörden intervenieren, da Maßnahmen zum Abbau von Barrieren ergriffen worden waren, die über die Notwendigkeit hinausgehen. So wurde das gesamte Krankenhaus Meran mit einem Tast-Leitsystem ausgestattet. Dieses überdimensionierte Projekt, das ohne die Mitarbeit der lokalen Fachleute und Betroffenenverbände umgesetzt worden ist, hat gezeigt, dass eine Beratung ohne kommerziellen Hintergrund und die Zusammenarbeit aller an einer sinnvollen Lösung interessierten Gruppen und Institutionen unbedingt notwendig sind.
Bleibt zu hoffen, dass entsprechende Bedingungen durch die Umsetzung des Landesgesetzes Nr. 7 vom Jahre 2002 - die entsprechenden Durchführungsbestimmungen wurden im Herbst endlich veröffentlicht und traten damit in Kraft – in den nächsten Jahren verbessert werden können.
8. Freizeitangebote und kulturelle Tätigkeiten
Ein sehr wichtiger Bereich im Tätigkeitsprogramm unseres Verbandes ist die Organisation von Freizeitangeboten und kulturellen Tätigkeiten. Diese Angebote erfreuen sich stets reger Teilnahme seitens der Mitglieder. So nahmen 55 Sehbehinderte, Blinde und deren Familienangehörige und Begleiter vom 20.06. bis 02.07. die Gelegenheit wahr, im Ferienzentrum des Blindenverbandes in Tirrenia in der Provinz Pisa, einer für Sehgeschädigte ausgerichteten Einrichtung mit geeigneten Rahmenbedingungen, einen Badeurlaub zu verbringen. 29 Personen nahmen hingegen an der Bergwanderwoche vom 28.08. bis 03.09. in St. Kassian im Gadertal teil, wo sie durch die sagenumwobenen Dolomiten wanderten und so manchen Gipfel erreichten.Die Teilnahme von zwei hör- und sehgeschädigten Mitgliedern an einer Internationalen Begegnungs- und Ferienwoche vom 3. bis 10.09. in Tirrenia wurde durch die Übernahme der Ausgaben für den jeweiligen Begleiter unterstützt.
Der traditionelle Ausflug der Mitglieder führte 90 Personen aus ganz Südtirol am 27.08. in den Vinschgau. Nach einer Fahrt mit der neuen Vinschger Bahn von Meran bis nach Spondinig wanderten die Teilnehmer, begleitet von bestens vorbereiteten Führern, durch die Prader Sand und lernten die Schönheiten und Eigenheiten dieses Naturschutzgebietes kennen.
An den verschiedenen Initiativen beteiligte sich der Verband mit 48.507,65 Euro.
Der Blindenverband fördert auch die sportliche Ertüchtigung der Sehgeschädigten. So wurde die Blinden- und Sehbehinderten-Amateursportgruppe tatkräftig von unserem Büro unterstützt, sowohl durch das Erledigen des Schriftverkehrs, die Abfassung der Beitragsgesuche, das Organisieren von Veranstaltungen als auch durch die Gewährung eines finanziellen Beitrages in Höhe von 2.200 Euro.
9. Außerordentliche Tätigkeiten
Sehr erfreut sind wir darüber, berichten zu können, dass der tastbare Stadtplan von Bozen mit Überblick über das Land Südtirol fertig gestellt und im Rahmen der Herbstversammlung am 28.10. den Mitgliedern und der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Dieser Plan kann von blinden und sehbehinderten Personen benutzt werden und gibt ihnen die Möglichkeit, sich einen Überblick über das Land Südtirol und dessen Hauptstadt zu verschaffen. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Mobilitäts- und Orientierungstrainerin des Blindenzentrums ausgearbeitet und von der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde in Leipzig angefertigt. Die Ausgaben für die Verwirklichung des Projektes betrugen 14.508,37 Euro und konnten dank der Beiträge verschiedener Körperschaften gedeckt werden.Ende des Jahres konnte ein weiteres Projekt abgeschlossen werden, nämlich die Neugestaltung der Internetseiten unserer Landesgruppe. Diese wurde inhaltlich überarbeitet und den WAI-Kriterien angepasst, d.h. für Sehgeschädigte zugänglich gemacht. Im Sozialbereich Tätige, Mitglieder und Interessierte können sich auf den Seiten über die Tätigkeit des Verbandes, über Neuigkeiten sowie über allerlei Wissenswertes rund um Sehschädigung und den Blindenverband informieren. Die Seite ist unter der Adresse www.blindenverband.bz.it abrufbar.
10. XXI. Nationalkongress des Blindenverbandes
Vom 16. bis 20.11. fand in Orosei (Nuoro/Sardinien) der XXI. Nationalkongress des Italienischen Blindenverbandes statt. Von unserer Landesgruppe nahmen Annamaria Innerhofer als von den Mitgliedern gewählte Delegierte, Cristiana Cattoi Colombi als Vizepräsidentin sowie Josef Stockner als Vertreter der Sektionen von Trient und Bozen am Kongress teil. Es wurde die Verbandspolitik für die nächsten Jahre festgelegt. Die Verbandsorgane auf nationaler Ebene wurden neu gewählt und am Verbandsstatut wurden einige wichtige Abänderungen vorgenommen. So wurde der Verband in „Italienischer Blinden- und Sehbehindertenverband“ umbenannt, um die Identifizierung mit dem Interessensverband seitens der Sehbehinderten zu gewährleisten. Außerdem wurde die Möglichkeit zur Einschreibung als effektive Mitglieder auf Sehbehinderte mit einem Sehrest bis zu 2/10 erweitert. Besonders wichtig für uns ist die Änderung, dass die Sektionen Trient und Bozen den Regionen gleichgestellt werden und, wie bereits erwähnt in Zukunft mit Sitz und Stimme im Nationalvorstand des Verbandes vertreten sein werden. Das Statut wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2006 in Kraft treten.11. Finanzierungen
Zur Sicherstellung der notwendigen finanziellen Mittel wandte sich der Verband in erster Linie an die Autonome Provinz, welche uns immer mit einem großzügigen Beitrag unterstützt hat. Erwähnt seien auch die Beiträge der Gemeinde Bozen und anderer Gemeinden sowie jene privater Organisationen. Die Verteilung der Hauskalender wurde wieder durchgeführt. Besonders wertvoll sind die Spenden unserer Mitglieder, da sie nicht nur eine finanzielle Unterstützung darstellen, sondern damit auch die Wertschätzung für unsere Verbandstätigkeit bekundet wird.12. Zusammenarbeit mit Verbänden und Behörden
Der Blindenverband ist Mitglied des Dachverbandes der Sozialverbände Südtirols, dem insgesamt 39 Organisationen angehören. Im Jahre 2005 fanden auch beim Dachverband Neuwahlen statt, wobei wir mit Nikolaus Fischnaller weiterhin im Ausschuss des Dachverbandes vertreten sind. Er arbeitet in der Kommission zum Abbau der architektonischen Barrieren und in weiteren Arbeitsgruppen mit.Der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen lokalen Behindertenorganisationen sind für aktuelle Anliegen immer von Bedeutung, ebenso die Beziehung zu ausländischen Blindenverbänden, besonders im deutschsprachigen Raum. Regelmäßige Kontakte gab es zum Blindenverband in Trient und Innsbruck. Dazu gehört auch die Teilnahme an verschiedenen Versammlungen dieser Organisationen.
Am 11.05. nahmen wir an der Vorstellung des Projektes zur Erstellung des Fachplanes für Behinderte seitens des Landesamtes für Menschen mit Behinderung teil sowie anschließend an einer entsprechenden Erhebung anhand eines Fragebogens. Die Ausformulierung des Behindertenfachplans soll im Laufe des Jahres 2006 abgeschlossen sein.
Abschließend möchten wir unterstreichen, dass für die Abwicklung einer so umfangreichen Tätigkeit nicht nur der Einsatz von Vorstandsmitgliedern und Angestellten genügt. Vielmehr bedarf es der Hilfe und Unterstützung der vielen freiwilligen Mitarbeiter und Begleiter. Diesen sei bei dieser Gelegenheit für ihren tatkräftigen und selbstlosen Einsatz herzlich gedankt. Unerlässlich ist natürlich die Solidarität der Blinden und Sehbehinderten selbst, um die Arbeit im Interesse der Betroffenen fortführen zu können, ihre Interessen zu schützen und immer wieder auf neue Bedürfnisse eingehen zu können.
Für den Vorstand
DER VORSITZENDE
Cav. Josef Stockner
Bozen, den 8. April 2006


