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Italienischer Blinden- und Sehbehindertenverband Onlus Aps Landesgruppe Südtirol

Nationale Kampagne zur Prävention von Netzhaut- und Sehnerverkrankungen der IAPB in Bozen

Am 7., 8. und 9. Juli 2022 werden am Gerichtsplatz in Bozen von 10 bis 18 Uhr im Rahmen der Sensibilisierungskampagne "Vista in Salute" der Internationalen Agentur zur Vorbeugung von Blindheit - IAPB Italia Onlus, in einem Hightech-Truck, kostenlose Augenuntersuchungen für Personen ab 40 Jahren angeboten. Diese dienen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die wichtigsten Augenkrankheiten der Netzhaut und des Sehnervs, die zu Erblindung und Seheinschränkungen führen können.
Die Bozner Etappe der Initiative, die auch dank der organisatorischen Unterstützung der Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, ermöglicht wurde, wurde am 7. Juli von der IAPB am Gerichtsplatz im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.
Zum Thema einige Auszüge aus der Broschüre der IAPB „La prevenzione è in viaggio verso di te – Die Vorbeugung ist unterwegs zu dir“:

IAPB ITALIA ONLUS FÜR DEN SCHUTZ DES SEHVERMÖGENS

Das Sehvermögen ist ein kostbares Gut, das uns in die Wiege gelegt wurde und das wir lernen müssen unser Leben lang zu schützen und zu bewahren. Aus diesem Grund haben 1977 der Italienische Blindenverband Unione Italiana Ciechi (UICI) und die Società Oftalmologica Italiana (SOI) die Internationale Agentur zur Vorbeugung von Blindheit IAPB gegründet. Eine vom Parlament durch das Gesetz 284/1997 anerkannte Organisation; unter der Aufsicht des Gesundheitsministeriums; Zentrum für die Zusammenarbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Tragende Säulen der IAPB Italia ONLUS waren schon immer, die Bevölkerung über Augenkrankheiten aufzuklären, die Prävention durch Frühdiagnose und schnellen, rechtzeitigen Zugang zu Behandlung zu fördern sowie die visuelle Rehabilitation voranzutreiben.


PRÄVENTION: EIN UNVERZICHTBARER VERBÜNDETER

Mindestens drei Millionen Menschen in Italien sind von drei wichtigen Augenkrankheiten betroffen, die unser Sehvermögen gefährden können: diabetische Retinopathie, verursacht durch Diabetes; Glaukom (Grüner Star), oft in Verbindung mit einem übermäßigen Augendruck, der den Sehnerv irreversibel schädigt; Makulopathien, d.h. degenerative Erkrankungen, die die Funktion des Zentrums der Netzhaut beschädigen. Weltweit sind etwa 400 Millionen Menschen von diesen Krankheiten betroffen, und doch sollten wir wissen, dass die Schädigung des Sehvermögens oft vermieden werden könnte.
Leider wird diesen Augenerkrankungen noch nicht ausreichend entgegengewirkt, da wir es nicht gewohnt sind, regelmäßig zum Augenarzt zu gehen und daher nicht rechtzeitig eine Diagnose erhalten, manchmal auch aufgrund sehr langer Wartelisten und aufgrund unserer eigenen Unachtsamkeit, die zu irreparablen Schäden des Sehvermögens führen kann. Zur Bekämpfung und Bewältigung dieser Probleme auf unserem Staatsgebiet, hat die IAPB Italien eine Informations- und Prophylaxe-Kampagne gestartet, die zum einen darauf abzielt, die Bevölkerung über die Notwendigkeit aufzuklären, sich die Vorbeugung von Blindheit zur Gewohnheit zu machen und zum anderen die Institutionen stimulieren möchte, neue Diagnosemodelle einzuführen, die in der Lage sind, der enormen Nachfrage nach Vorbeugung gegen die gefürchtetsten Erkrankungen des Sehapparats nachzukommen.

DIE AUGENUNTERSUCHUNGEN ZIELEN AUF DIE FRÜHZEITIGE ERKENNUNG DER WICHTIGSTEN ERKRANKUNGEN DER NETZHAUT UND DES SEHNERVS AB:

GLAUKOM (GRÜNER STAR)

Wenn Sie mindestens 40 Jahre alt sind und möglicherweise auch Verwandte mit Glaukom haben, könnten Sie ein Risikopatient für diese Krankheit sein. Es ist daher besser, sich regelmäßigen Augenuntersuchungen zu unterziehen, um der Entstehung und Verschlechterung vorzubeugen. Das Glaukom ist eine besonders heimtückische Augenkrankheit, weil sie "still" ist: Sie kann im Allgemeinen ohne Symptome auftreten. Wenn sie spät diagnostiziert wird, könnte die Sehkraft bereits teilweise oder sogar sehr stark beeinträchtigt sein.
Worum handelt es sich?
Es handelt sich um eine degenerative Erkrankung des Sehnervs, der für die Weiterleitung von visuellen Bildern vom Auge zum Gehirn zuständig ist. Wenn ein Glaukom nicht frühzeitig diagnostiziert und nicht richtig behandelt wird, „verschleißt" der Sehnerv irreparabel. Es handelt sich um eine Erkrankung, die im Allgemeinen mit einem übermäßig hohen Augendruck einhergeht, daher sollte dieser regelmäßig überprüft werden.
Was geschieht?
Das Auge kann mit einem kleinen, weichen Wasserreservoir verglichen werden, in dem es ein Gleichgewicht zwischen dem Zufluss und Abfluss gibt. Wenn sich das Gleichgewicht verändert, insbesondere durch eine Verstopfung des Austrittsweges, steigt der Druck im Inneren bis hin zu einer "strukturellen" Schädigung des Sehnervs.
Wie wird behandelt?
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend. Die Therapie erfolgt zunächst durch spezielle Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks (hypotone Augentropfen). In schwerwiegenderen Fällen werden eine Lasertherapie oder eine Operation durchgeführt.

DIABETISCHE RETINOPATHIE

Wenn Sie Diabetes haben, ist Ihr Augenlicht ernsthaft gefährdet. Ein hoher Blutzuckerspiegel ist auch für die Netzhaut schädlich.
Daher ist es wichtig, die Augen regelmäßig untersuchen zu lassen, insbesondere den Augenhintergrund, um die Netzhaut zu kontrollieren und die Entwicklung des Diabetes zu überwachen.
Worum handelt es sich?
Es handelt sich um eine häufige Komplikation von Diabetes, von der mehr als 30 Prozent der Menschen betroffen sind, die an dieser Krankheit leiden.
Was geschieht?
Eine zu hohe Blutzuckerkonzentration schädigt die Blutgefäße aller wichtigen Organe (Herz, Gehirn, Nieren und Augen) bis hin zu irreparablen Schäden. Die Netzhaut ist in besonderem Maße der Wirkung von Zuckern auf die eigenen Blutgefäße ausgesetzt, was langfristig sogar zum Verlust des Sehvermögens führen kann.
Wie wird behandelt?
Zunächst einmal muss der Diabetes, der die Hauptursache ist, gründlich behandelt werden. Achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung, vernachlässigen Sie die körperliche Aktivität nicht und halten sie die verordneten Therapien ein, entweder auf Insulinbasis oder Medikamente die oral eingenommen werden (blutzuckersenkende Medikamente). Im fortgeschrittenen Stadium der diabetischen Retinopathie bedarf es oftmals einer spezifischen Laserbehandlung, die nicht dazu dient, verlorenes Sehvermögen wiederherzustellen, sondern zumindest das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. In einigen Fällen werden regelmäßige Injektionen von Medikamenten in das Auge durchgeführt, in noch schwerwiegenderen Fällen eine Operation (Vitrektomie).

MAKULOPATHIEN

Ab dem 55. Lebensjahr wird der wichtigste Teil unserer Netzhaut, die Makula, immer schwächer. Daher ist eine Augenuntersuchung in zunehmendem Alter umso wichtiger, da unsere Sehkraft in diesem Lebensabschnitt am meisten gefährdet ist.
Worum handelt es sich?
Es handelt sich um eine Gruppe von altersbedingten degenerativen Erkrankungen der Netzhaut, die die Makula betreffen. Im Grunde wird der Teil der Netzhaut beeinträchtigt, der dazu dient, Details zu erkennen, zu lesen und zu schreiben und Farben zu erkennen.
Was geschieht?
Anfangs nimmt man eine leichte Verzerrung des Objekts wahr, das man betrachtet. Dies wird uns besonders bewusst, wenn wir Linien beobachten, z. B. den Fußboden, den Umriss eines Gebäudes oder Karopapier.
Wenn die Pathologie fortschreitet, wird nicht nur die Verzerrung ausgeprägter, sondern in der Mitte des Blickfelds erscheint eine Art grauer Fleck, der das verdeckt, was man gerade anschaut. Die Makulopathie im Spätstadium verursacht eine zentrale Erblindung, bei der man die Möglichkeit verliert, zu erkennen was man fixiert, wie die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben, bei gleichzeitiger Beibehaltung einer bescheidenen Fähigkeit zur Mobilität und Orientierung.
Sind diese Erkrankungen heilbar?
Einige Formen, wie die so genannten "feuchten Makulopathien", können seit einiger Zeit mit intravitrealen Injektionen behandelt werden, d. h. Injektionen ins Auge. Um der Krankheit vorzubeugen und der Entwicklung derselben entgegenzuwirken, sind Faktoren des Lebensstils von besonderer Bedeutung: eine gesunde Ernährung, Verzicht auf das Rauchen und angemessene körperliche Betätigung.

Weitere Informationen auf der Seite der IAPB: https://iapb.it/vistainsalute

Jahreshauptversammlung der Mitglieder 2022

Bei der Versammlung wurde Josef Stockner gedacht
Am Freitag, 22.04.2022 fand in Bozen die Jahreshauptversammlung der Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes statt. Der Vorstand legte bei der Versammlung den Mitgliedern den Tätigkeitsbericht über das Jahr 2021 und die Rechenschaftsberichte zur Genehmigung vor. Außer den effektiven und den unterstützenden Mitgliedern war das Mitglied der gesamstaatlichen Direktion des Verbandes Mario Girardi per Videokonferenz zugeschaltet. Er überbrachte die Grüße des Nationalpräsidenten. Die Versammlung war Gelegenheit, dem kürzlich verstorbenen Ehrenpräsidenten der Landesgruppe Josef Stockner zu gedenken sowie 3 Mitglieder zu ehren, die seit 50 Jahren im Verband eingeschrieben sind.
Versammlungspräsident Enrico Lampis spricht zu den Mitgliedern
Beim Verlesen des Tätigkeitsberichtes
Nachfolgend ist es möglich den Tätigkeitsbericht herunterzuladen:

Josef Stockner: Ein Leben für blinde und sehbehinderte Menschen

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Südtirol war Gelegenheit, dem Ende März 2022 verstorbenen Ehrenpräsidenten der Landesgruppe Josef Stockner zu gedenken. Die Ehrenpräsidentschaft wurde Stockner im Jahre 2021 verliehen. Sein großer Einsatz habe stets die Verbesserung des täglichen Lebens der Menschen mit Sehschädigung zum Ziel gehabt sowie deren soziale und berufliche Integration, so die entsprechende Begründung.
Verschiedene Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung erzählten von persönlichen Erinnerungen an Josef Stockner, hoben die Werte hervor, nach denen er seinen Einsatz im Sozialen und sein Leben ausgerichtet hatte und drückten ihren Dank aus. Der Dank galt nicht zuletzt auch Stockners Frau Maria, die zur Versammlung gekommen war. Sie ist stets an seiner Seite gewesen und ohne ihre Mithilfe hätte Josef Stockner sicherlich nicht so viel leisten können.
Cav. Josef Stockner
Cav. Josef Stockner

Leben

Josef Stockner, oder Sepp Stockner, wie er unter Freunden stets genannt wurde, wurde am 20. Februar 1940 in Schnauders in der Gemeinde Feldthurns geboren. Schon im Kindesalter litt er aufgrund einer Augenerkrankung an einer Sehschwäche, die immer weiter fortschritt. Mit 13 Jahren erblindete er vollständig.
Trotz seiner starken Sehbehinderung besuchte Stockner die Grundschule bis zum 14. Lebensjahr in seinem Heimatort. Dann arbeitete er auf dem elterlichen Hof.
Mit 18 Jahren wurde Stockner in die Blindenanstalt nach Innsbruck geschickt. Dort erlernte er das Korbflechten. Im November 1961 kam er nach Brescia, um einen Telefonistenkurs für Blinde zu besuchen.
Mit 23 Jahren begann er im Krankenhaus Bozen als Telefonist zu arbeiten, wo er 15 Jahre lang tätig war. 1978 wechselte er zur "Bank von Trient und Bozen" und arbeitete dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994.
1965 heiratete Josef Stockner Maria Kerschbaumer, die ebenfalls aus Feldthurns stammte. Gemeinsam haben sie 3 Söhne großgezogen und hatten 6 Enkelkinder sowie eine Urenkelin.

Fast ein halbes Jahrhundert Vorsitz des Blinden- und Sehbehindertenverbandes

1968 wurde Josef Stockner erstmals in den Vorstand der Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blindenverbandes und auch gleich zum Präsidenten gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis 2015, also fast für fünf Jahrzehnte.
In die Amtszeit von Sepp Stockner fallen viele gesetzliche Errungenschaften, die das Leben blinder und sehbehinderter Menschen erleichterten. Zunächst ging es um die Auszahlung der provinzialen Ergänzungszulage zusätzlich zur sehr bescheidenen gesamtstaatlichen Zivilrente, dann weiter über verschiedene Etappen bis dann im Jahr 1978 das Landesgesetz Nr. 46 erlassen worden ist, das die vom Staat ausbezahlten Renten und Zuschüsse für Zivilinvaliden, Zivilblinde und Gehörlose seitens der Autonomen Provinz Bozen vorsah. Für all diese Gesetzesmaßnahmen waren zahllose Kleinarbeiten und intensive Verhandlungen mit dem Sozialassessorat notwendig.
Besonders freute es Stockner, wenn durch die Vermittlung des Blindenverbandes junge Menschen eine Arbeitsstelle erhalten konnten, wodurch sie sich eine Existenz aufbauen konnten. Eine Teilnehmerin an der Jahreshauptversammlung erinnerte sich daran, wie Stockner selbst sie an ihrem ersten Arbeitstag zur neuen Arbeitsstelle begleitet hat.
Der direkte Kontakt zu den Mitgliedern lag Stockner sehr am Herzen. Er traf sich mit Betroffenen im Verbandsbüro, kontaktierte sie telefonisch oder machte landauf landab Hausbesuche. Eine weitere Teilnehmerin an der Versammlung erzählte von eben so einem Besuch des Präsidenten des Blindenverbandes, begleitet von Ehefrau und 10jährigm Sohn, als sie 14 Jahre alt war. Trotz anfänglicher Ablehnung sei es Stockner gelungen, in ihr die Neugierde auf die Blindenschrift zu wecken.
Ein Anliegen waren Stockner auch die Initiativen zum Kennenlernen und zur Stärkung der Gemeinschaft. Er hat immer gerne und aktiv mitgemacht und zahllose Vorhaben auch organisiert. Es ging um Treffen, Ausflüge, Sportveranstaltungen usw. Ab 1985 organisierte er regelmäßig Meeraufenthalte und Bergwanderwochen für die Mitglieder.
Über den Vorsitz des Blinden- und Sehbehindertenverbandes hinaus bekleidete Josef Stockner über all diese Jahrzehnte viele weitere Ehrenämter im lokalen und internationalen Blinden- und allgemein im Behindertenwesen, seien diese als Interessensvertretung oder auch sportlicher oder sozial/religiöser Natur.
Sepp Stockner war allseits aufgeschlossen, humorvoll und konnte überhaupt mit Menschen gut umgehen. Deshalb war er überall sehr beliebt. Er pflegte gute Beziehungen zu Vertretern von Blindenverbänden und Blindensportgruppen in ganz Italien und im deutschsprachigen Ausland. Wegen seiner vielen Verpflichtungen war er oft auf Reisen und hatte überall Bekanntschaften geschlossen.
Als besonders wichtigen Wert, den Josef Stockner in seinem Leben gelebt habe, wurde bei der Versammlung erwähnt, wie er ganz natürlich mit seiner Blindheit umgegangen ist und wie er stets darauf bedacht war, sich weniger auf das zu konzentrieren, was ihm fehlte, sondern mehr auf das, was er zur Verfügung hatte. Mit dieser Haltung war es Stockner gelungen, ein erfülltes Leben zu leben und es gelte, dieser Haltung nachzueifern.

In den letzten Jahren machte Josef Stockner leider die Verschlechterung seines Hörvermögens zunehmend zu schaffen und diese schränkte sein tägliches Leben und Tun immer mehr ein. Am 30. März 2022 ist er, nach kurzer Krankheit, im Brixner Krankenhaus verstorben. Mit ihm ging eine Säule im Blindenwesen und allgemein im Sozialen in Südtirol verloren.

Bitte um Zuweisung von 5 Promille der Einkommenssteuer IRPEF zugunsten des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Südtirol

Jeder Steuerzahler hat auch heuer die Möglichkeit, durch die Zuweisung von 5 Promille der eigenen Einkommenssteuer, unsere Tätigkeit zu unterstützen.

Um diese kleine Quote an Stelle des Staates, unserer ONLUS-APS Vereinigung zukommen zu lassen genügt es, dem Wirtschaftsberater bzw. Steuerbeistandszentrum CAF, beim Abfassen der Steuererklärung (Modell 730 oder UNICO PF) die Steuernummer unseres Verbandes mitzuteilen: 80015390216, z.B. durch Vorweisen des nachfolgend abrufbaren Memokärtchens.
Die Zuweisung von 5 Promille an unseren Verband verursacht keinerlei Kosten.

5 Promille Zuweisung - Steuernummer des Verbandes
Auch diejenigen, die keine Steuererklärung abfassen müssen, können uns unterstützen, indem sie auf dem Formular für die Zweckbestimmung der 5 Promille, das der Bescheinigung CU Certificazione Unica 2022 beigelegt ist, unsere Steuernummer im Feld für das Ehrenamt und Vereine anführen, 2 Mal unterschreiben und das Formular beim Postamt oder in unserem Büro in der Garibaldistr. 6 in Bozen abgeben.

Wir weisen darauf hin, dass die Zweckbestimmung der 5 Promille für soziale Zwecke jene der 8 Promille an die Kirche oder religiöse Einrichtungen nicht ersetzt.
Jeder Steuerzahler kann beide Zweckbestimmungen vornehmen.


Wir bitten, diese Möglichkeit zu nutzen und diese Information auch anhand der Memokärtchen allen Angehörigen und Bekannten weiterzugeben, da mit dieser einfachen Geste unsere Tätigkeit konkret unterstützt werden kann. Für den Verband ist diese Finanzierungsmöglichkeit eine große Hilfe. Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung. HERZLICHEN DANK IM VORAUS!

Meeraufenthalt der Mitglieder vom 3. bis 16. Juli 2022 in Tirrenia

Auch in diesem Jahr möchte der Verband den Mitgliedern die Möglichkeit bieten, an einem Meeraufenthalt teilzunehmen. Dieser findet vom 3. bis 16.07. im Ferienzentrum unseres Verbandes in Tirrenia, Provinz Pisa statt.
Das Ferienzentrum liegt in ruhiger Lage inmitten eines Pinienwäldchens und ist von einer Gartenanlage umgeben. Alle Wege im Haus, im Garten sowie zum Privatstrand sind mit Handläufen und tastbaren Bodenmarkierungen ausgestattet. Dies ermöglicht es den sehgeschädigten Gästen, sich unabhängig zu bewegen.
Am Meeraufenthalt können jene Mitglieder teilnehmen, die selbständig sind und deren Gesundheitssituation keine Kontraindikation für die Teilnahme aufweist. Nachdem der Aufenthalt vom Verband mitfinanziert wird, wurden folgende Richtlinien festgelegt:
- Vollblinde können bei Bedarf eine eigene Begleitperson mitnehmen, für deren Aufenthalt der Verband die Kosten übernimmt.
- Sehbehinderte, die keine Begleitperson benötigen, entrichten einen reduzierten Teilnehmerbeitrag. Sollte ein Sehbehinderter eine eigene Begleitung mitnehmen wollen, wird der Verband die einzelnen Fälle überprüfen und die entsprechenden Kriterien anwenden,
z.B. Entrichtung des reduzierten Teilnehmerbeitrages seitens des Sehbehinderten sowie von 50% der Aufenthaltskosten für den Begleiter;
- alle Begleitpersonen sollen nach Möglichkeit während des Aufenthaltes auch anderen in der Gruppe behilflich sein.
Anmeldungen innerhalb 05.05.2022 im Verbandsbüro, hier erhalten Sie auch weitere Informationen.

Bergwanderwoche der Mitglieder vom 4. bis 10. September 2022 im Schnalstal

Die diesjährige Bergwanderwoche der Mitglieder findet im Schnalstal statt mit Unterbringung im Hotel Am Fels, und zwar vom 4. bis zum 10.09. In diesem Gebiet gibt es sehr schöne Wandermöglichkeiten. Wenn notwendig werden die Teilnehmer während der Woche in zwei Gruppen eingeteilt, wobei eine Gruppe anspruchsvollere Touren und die zweite, leichtere Wanderungen unternimmt. Eine gewisse Gehtüchtigkeit ist aber in jedem Fall notwendig, da jeweils Wanderungen von mindestens 3 bis 4 Stunden unternommen werden. Wie jedes Jahr übernimmt der Verband einen Teil der Kosten.
Anmeldungen innerhalb 30.06.2022 im Verbandsbüro, hier erhalten Sie auch weitere Informationen.

Fahrt zur Opernaufführung "Aida" in der Arena von Verona am 5. August 2022

Aufgrund des Interesses in den vergangenen Jahren bieten wir unseren Mitgliedern auch heuer eine Fahrt zu einer Opernaufführung in der Arena in Verona an und zwar am Freitag, 05.08.2022 mit Start ab Bozen. Da die Fahrt im vergangenen Jahr aufgrund des schlechten Wetters nicht durchgeführt werden konnte, wurde in diesem Jahr wiederum eine Aufführung der Oper „Aida“ von Giuseppe Verdi gewählt.

Um die Karten rechtzeitig bestellen zu können, ist eine Anmeldung innerhalb 15.05.2022 im Verbandsbüro erforderlich, hier erhalten Sie auch weitere Informationen.

Blinden- und Sehbehindertenverband trauert um Cav.Josef Stockner

Cav. Josef Stockner
Cav. Josef Stockner
Am 30.03.2022 ist unser lieber Freund Cav. Josef Stockner verstorben. Er war Ehrenpräsident der Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes ONLUS/APS sowie deren Vorsitzender bis 2015. Stockner war 82 Jahre alt. In den vergangenen Monaten hat sich sein Gesundheitszustand leider zunehmend verschlechtert. Er verstarb im Krankenhaus von Brixen.

Cav. Josef Stockner war ab 1968 für 47 Jahre Vorsitzender des Südtiroler Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Bis 2020 hat er seine wertvolle Mitarbeit als Vorstandsmitglied fortgesetzt. Selbst seit seiner Kindheit blind, hat er sich in all diesen Jahren unermüdlich für die Tätigkeit des Verbandes auf Landes-, Regional- und auf Staatsebene eingesetzt. Dieser Einsatz zielte stets auf die Verbesserung der Lebensqualität sowie auf die soziale Integration blinder und sehbehinderter Menschen ab. Über seine Tätigkeit innerhalb des Blinden- und Sehbehindertenverbandes hinaus war er auch in den verschiedenen anderen Vereinigungen für Menschen mit Seheinschränkung aktiv und zwar im sozial-kulturellen und im sportlichen Bereich, weiters in anderen Organisationen für Menschen mit Behinderung.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Cav. Josef Stockner für mehr als einem halben Jahrhundert in Südtirol sowie über die Grenzen hinaus eine entscheidende Rolle im Sozialen gespielt hat.

Personal für das Verbandsbüro gesucht

Die Landesgruppe Südtirol des Italienischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes ONLUS-APS mit Sitz in Bozen, Garibaldistraße 6, sucht zur Abwicklung der institutionellen Tätigkeit im Sekretariat des Verbandes eine/n neue/n Angestellte/n als Nachfolger/in für eine Mitarbeiterin, die demnächst in Rente gehen wird. Der Vorstand möchte eine blinde oder sehbehinderte Person einstellen und freut sich auf Bewerbungen.
Der/Die Kandidat/in soll die deutsche und italienische Sprache in Wort und Schrift beherrschen, sicher im Umgang mit den gängigen Microsoft-Office-Programmen sein, kontaktfreudig und teamfähig sein.
Die Tätigkeiten sind: Kontakt mit Betreuten und Ämter, Beratung und Hilfe bei der Abwicklung bürokratischer Abläufe, Mitarbeit in der Mobilitätskommission, Organisation von institutionellen Tätigkeiten wie Versammlungen, Sitzungen, Freizeitangebote usw., Front- und Backoffice.
Für weitere Informationen kann das Verbandsbüro kontaktiert werden Tel. 0471971117, gerne erwarten wir die Bewerbung mit Lebenslauf interessierter Kandidaten an die E-Mailadresse: info@blindenverband.bz.it
Bitte diese Information auch im Bekanntenkreis weitergeben.

Konvention für die Abfassung der Steuererklärung und anderer Dienste mit dem Steuerbeistandszentrum (Caf) ACLI

Unser Verband hat die Konvention für die Mitglieder und deren Familienangehörige/Begleiter mit dem Steuerbeistandszentrum CAF ACLI, mit Hauptsitz in Bozen, Südtirolerstr. 28, für die Steuererklärungen 2022 erneuert. Anstatt des ordentlichen Tarifs, welcher je nach Höhe des Einkommens und der Art der Erklärung gestaffelt ist, wurde für unseren Verband ein fixer Tarif von 50,00 Euro vereinbart welcher für alle Erklärungen gilt, UNICO 2022, 730/2022 für Einzelne oder Ehepartner.
Wer die Konvention nutzen möchte, kann sich an das Steuerbeistandszentrum ACLI wenden um einen Termin zu vereinbaren, telefonisch unter der Nummer 0471301689 (oder 3401076277) bzw. über E-Mail an die Adresse: bolzano@acliservice.acli.it - beim Vormerken ist es notwendig mitzuteilen, Mitglied des Verbandes zu sein (Unione Ciechi Bolzano), und zum Termin den Mitgliedsausweis des Blindenverbandes mitzunehmen.

Es kann ein Termin für folgende Stellen vereinbart werden:
  • Bozen Hauptsitz, Südtirolerstr. 28
  • Bozen Außenstelle, Sassaristr. 4/b/c
  • Leifers c/o Circolo Don Bosco, Kennedystr. 94
  • Neumarkt, Sportplatz 10 (für Vormerkungen in Neumarkt, folgende Tel. Nr. anrufen: 3394687829)
  • Eppan c/o Circolo ACLI, St. Anna Weg 6
  • Meran c/o Circolo ACLI, Etschmanngasse 22
  • Brixen c/o Circolo ACLI, Schlachthofstr. 5

Abgesehen von den Steuererklärungen, wird auf alle steuerlichen Dienstleistungen, welche während des Jahres angeboten werden, ein Rabatt von 10% auf die derzeit gültigen Tarife gewährt, z.B. für Arbeitsverhältnisse von Hausangestellten, Mietverträge (Abfassen der Verträge, GIS, Registrierungen, cedolare secca), Erbschaftsmeldungen usw.

Wir möchten bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass Sie auch in diesem Jahr bei der Steuererklärung Fünf Promille Ihrer IRPEF-Steuer für unseren Verband bestimmen können.

Um zu ermöglichen, dass dieser kleine Teil Ihrer Steuern an unsere ONLUS-APS Vereinigung geht, anstatt an den Staat, brauchen Sie bei der Abfassung der Steuererklärung (Modell 730 oder UNICO PF) Ihrem Steuerberater oder CAF lediglich unsere Steuernummer 80015390216 mitzuteilen. Die Zuweisung der 5 Promille verursacht Ihnen keinerlei Kosten und ist für unseren Verband eine große Hilfe.

Begleitdienst für Mitglieder in den Städten Meran, Brixen und Bozen und umliegenden Tälern

Begleitung
Drei Freiwillige leisten für den Verband einen Sozialdienst und stehen in den Gebieten Meran, Brixen und Bozen sowie in den umliegenden Tälern für einen Begleitdienst zur Verfügung.
Die Sozialdienstleistenden Cristina, Fernanda und Alfredo sind für 20 bzw. 15 Stunden pro Woche im Einsatz. Unser Verband verwaltet die Projekte, die von der Autonomen Provinz genehmigt wurden, und für welche diese die kleine Entschädigung übernimmt, die für den Sozialdienst vorgesehen ist.

Die Tätigkeiten sind: Begleitung z.B. zu Arztterminen oder in Ämter, Vorlesen, Spazierengehen, Gesellschaft leisten, Hausbesuche usw. Für die Fortbewegung innerhalb und außerhalb der Stadt werden die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt.
Der Dienst ist an den Werktagen von Montag bis Freitag aktiv. Er muss mindestens 24 Stunden vorher direkt bei den Freiwilligen vorgemerkt werden, so dass diese ihren Tagesablauf planen können und die Dienste sich nicht überschneiden. Er ist kostenlos.

Alle Mitglieder sind eingeladen, diese Initiative zu nutzen und das Verbandsbüro unter der Nummer 0471 971117 oder per E-Mail an info@blindenverband.bz.it zu kontaktieren, um weitere Informationen zu erhalten bzw. die Kontaktdaten der Freiwilligen.


21. Februar - gesamtstaatlicher Tag der Brailleschrift

"Insieme leggiamo il mondo!" Hände auf einem Blindenschriftbuch
Louis Braille (1809-1852) aus Frankreich, selbst im Kindesalter durch eine Verletzung der Augen erblindet, hat als nur 16jähriger die nach ihm benannte Blindenschrift entwickelt. Er litt sehr darunter, nicht schreiben und lesen zu können und schöpfte daraus die Antriebskraft zu seiner Erfindung. Die Brailleschrift ist heute weltweit verbreitet.

Louis Braille – Das Leben
Louis Braille wurde am 4. Januar 1809 in Coupvray bei Paris geboren. Sein Vater war Sattler. Mit 3 Jahren verletzte sich Louis in der Werkstatt des Vaters mit einer Ahle, also einem spitzen Werkzeug, am Auge. Er hatte versucht, die Arbeit seines Vaters nachzuahmen. Es kam zu Entzündungen in Folge derer Louis im Alter von 5 Jahren an beiden Augen erblindete.
Trotz seiner Behinderung besuchte Louis zunächst die Dorfschule, später unterrichtete ihn der Lehrer zu Hause . Der Junge war sehr wissbegierig und liebte es, wenn ihm vorgelesen wurde. Er litt sehr darunter, nicht selber lesen zu können.
Sein Lehrer erfuhr von einer Schule nur für Blinde in Paris. Mit 10 Jahren wurde Louis in diese Schule gebracht, wo er von nun an unterrichtet wurde. An der Blindenschule wurde eine Reliefschrift gelehrt, die aber nur gelesen, nicht aber geschrieben werden konnte. Bald schon hatte Louis alle vorhandenen Bücher aus der Schulbibliothek verschlungen. Er fing an, an einer neuen Blindenschrift zu experimentieren.

Die Erfindung der Brailleschrift - Aus einem Verlust erwächst ein Gewinn für viele
Mit 11 Jahren lernte Louis Braille 1820 den Artilleriehauptmann Charles Barbier kennen. Dieser hatte den Verantwortlichen an der Blindenschule in Paris eine Punktschrift vorgestellt, die für militärische Zwecke eingesetzt wurde. Diese Nachtschrift diente dazu, in der Dunkelheit Befehle weiterzugeben, ohne eine Laterne anzünden zu müssen. Sie bestand aus Zeichen, die aus 2 senkrechten Reihen mit jeweils 6 Punkten gebildet und in Papier gestanzt wurden. Den einzelnen Zeichen wurden die verschiedenen französischen Laute zugeordnet. Die Schrift konnte sich aber beim Militär nicht durchsetzen, weil es viel zu kompliziert war, diese zu erlernen und zu entziffern. Deshalb hatte sich Barbier an die Blindenschule Paris gewandt.
Louis Braille und seine Mitschüler waren vom System begeistert. Sofort dachte Braille über Vorschläge nach, die Schrift zu verbessern. Es wurde ihm aber kein Gehör geschenkt, er schien zu jung. Er gab aber nicht auf, sondern tüftelte weiter. Die Schriftzeichen von Barbier waren zu groß. Louis erinnerte sich an den Spielwürfel des Vaters und reduzierte die 12 Punkte auf 6, so war es möglich, die gesamte Höhe eines Schriftzeichens unter dem Finger zu fühlen. Im Jahre 1825 stellte Louis Braille dann, nur 16jährig, seine Blindenschrift fertig.

In den Ferien entwickelte er zusammen mit seinem Vater ein Schreibgerät mit Gestell. Interessant dabei ist, dass zum Schreiben eine Ahle diente, also jener spitze Gegenstand, mit dem der kleine Louis sich seinerzeit verletzt hatte.
Die neue Blindenschrift konnte gelesen und geschrieben werden. Sie orientierte sich nicht an der gesprochenen, sondern an der geschriebenen Sprache, wurden die einzelnen Zeichen doch nicht Lauten zugeordnet, wie bei der Nachtschrift, sondern Buchstaben.
Trotzdem fand die Schrift des Louis Braille zunächst keine Akzeptanz. Der Direktor der Blindenschule verbot sie sogar. Er war der Meinung, die Punktschrift isoliere Blinde, weil die Sehenden diese nicht kennen und bestand darauf, dass weiterhin die erhabene Buchstabenschrift verwendet wurde.

Louis Braille verdiente sich nach seiner Schulbildung als Hilfslehrer und als Organist seinen Unterhalt. 1828 entwickelte er eine Notenschrift, die ebenfalls auf ein 6-Punkte-System basierte. Damit wurde blinden Menschen ein neues Berufsfeld, nämlich jenes des Musikers eröffnet. Mit 27 Jahren hielt Braille einen offiziellen Vortrag bei dem er beweisen wollte, wie schnell er die neue Schrift schreiben und lesen könne. Die Zuhörer glaubten aber, er habe die Texte vorher auswendig gelernt.

Erst 1850 wurde in Frankreich die Brailleschrift offiziell anerkannt. 1878 wurde sie international zur verbindlichen Blindenschrift. Louis Braille erlebte diese Anerkennung aber nicht mehr. Er verstarb 1852 mit nur 43 Jahren in Paris an Tuberkulose.

Bis heute hat die Brailleschrift nichts an Wichtigkeit verloren. Nur durch diese können Blinde die Rechtschreibung erlernen und so Sicherheit in Schreiben und Lesen erlangen. Dementsprechend wird alljährlich am 21. Februar der gesamtstaatliche Tag der Brailleschrift begangen und dankbar dem Erfinder der Blindenschrift gedacht.

Weitere Informationen zur Brailleschrift unter dem Menüpunkt Infothek.