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Italienischer Blinden- und Sehbehindertenverband Onlus Landesgruppe Südtirol

Vergünstigungen und Dienste für Sehgeschädigte in Südtirol


1. RENTEN UND ZULAGEN FÜR ZIVILBLINDE UND ZIVILINVALIDEN



Blinde und Sehbehinderte deren berichtigtes Sehvermögen nicht höher als 1/20 ist, oder deren binokulares Gesichtsfeld weniger als 10% beträgt, haben zur Deckung der Mehrkosten, die durch die Behinderung entstehen, Anspruch auf finanzielle Leistungen seitens der Autonomen Provinz Bozen.
Voraussetzung ist die Bestätigung des Sehvermögens durch die Zivilblindenkommission.
Es gibt keine Altersgrenze, die Höhe der Unterstützung richtet sich nach dem persönlichen Einkommen des Antragstellers.
Sehbehinderte mit einem besseren Sehvermögen können unter Umständen (z.B. bei zusätzlichen Behinderungen) eine Invalidenrente erhalten sofern sie von der Ärztekommission eine Invalidität von mindestens 74% zuerkannt bekommen. Hier gelten eine Altersgrenze sowie eine Einkommensgrenze, die bei Teilinvaliden (74-99% Invalidität) sehr niedrig ist.

Um im Verbandsbüro überprüfen zu lassen, ob ein entsprechendes Gesuch eingereicht werden kann, ist ein aktuelles augenärztliches Zeugnis erforderlich. Wer noch kein dementsprechendes Zeugnis hat, kann beim Verband einen eigens dafür vorgesehenen Vordruck erhalten, der vom Augenarzt auszufüllen ist.

2. GESUNDHEITSVERSORGUNG, PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT UND VERGÜNSTIGUNGEN FÜR ANGEHÖRIGE



Ticketbefreiung

Invaliden erhalten eine Befreiung von der Entrichtung des Tickets, welches für Ambulante fachärztliche Betreuung (inklusive Leistungen der Instrumental- und Labordiagnostik sowie der Thermalkuren), Medikamente, Erste-Hilfe-Leistungen auf welche keine stationäre Aufnahme folgt sowie Krankentransporte vorgesehen ist.
Personen mit 100% Invalidität, also auch Voll- und Teilblinde, erhalten die Ticketbefreiung der Kategorie 3F, d.h., dass sie vollständig ticketbefreit sind.
Teilinvaliden von 67% bis 99% erhalten die Ticketbefreiung der Kategorie 03; diese müssen die Fixquote pro Medikamentenverschreibung sowie das Ticket für programmierte Krankentransporte entrichten.
Für Ticketbefreite beider Kategorien sind Medikamente der Gruppe A und B kostenlos, allerdings nur die Generika. Medikamente der Gruppe C hingegen müssen von allen bezahlt werden.

Pflegegeld

Während die Leistungen für Zivilblinde zur Deckung der Mehrkosten, die durch die Sehschädigung entstehen, ausbezahlt werden, können Personen mit zusätzlichem Pflegebedarf, die im täglichen Leben für mindestens zwei und mehr Stunden pro Tag auf fremde Hilfe angewiesen sind, das Pflegegeld beantragen. Die Pflegebedürftigkeit muss für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten bestehen. Das Pflegegeld muss wie folgt verwendet werden: zur Bezahlung von Pflege und Betreuungsleistungen; zur Deckung der Kosten für die soziale Absicherung von pflegenden Angehörigen; zur Kostenbeteiligung bei akkreditierten Hauspflegediensten und Aufenthalten in Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Für die Inanspruchnahme müssen, betreffend die Ansässigkeit, bestimmte Kriterien erfüllt werden, z.B. 5jährige Ansässigkeit und ständiger Aufenthalt in Südtirol. Das eigens vorgesehene Zeugnis für das Ansuchen muss der Hausarzt ausstellen. Das Gesuch wird beim Sprengel eingereicht.
Das Pflegegeld wird gekürzt wenn ein Angehöriger des Pflegebedürftigen gleichzeitig einen bezahlten Wartestand von mehr als 10 Tagen im Monat im Sinne des Staatsgesetzes 104/1992 (siehe übernächsten Punkt) in Anspurch nimmt. Das Pflegegeld wird in diesen Fällen für den betreffenden Zeitraum in Höhe der jeweils darunterliegenden Stufe ausbezahlt (z.B. bei Stufe 4 in Höhe der Stufe 3). Für jene die das Pflegegeld der ersten Stufe beziehen ändert sich nichts. Genannter Umstand muss bei der ASWE gemeldet werden.

Hauspflegedienst

Der Hauspflegedienst steht jenen Personen zur Verfügung, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist ihr tägliches Leben in der eigenen Wohnung ohne Hilfe von Außen zu führen. Geboten wird unter anderem: Körperpflege, Hilfe im Haushalt, Wäsche, Zubereitung der Mahlzeit bzw. Essen auf Rädern oder Mensadienst, Begleitung und Erledigung kleinerer Angelegenheiten. Die Mitbeteiligung an den Kosten der geforderten Leistungen wird je nach finanzieller Möglichkeit festgesetzt. Der Dienst kann bei den zuständigen Sozialsprengeln beantragt werden.

Grüne Nummer "Gewalt im Alter"

Seit 2014 antwortet unter der gebührenfreien Telefonnummer 800-001800 nicht nur mehr der Dienst „Notfall Senioren“, der für das Stadtgebiet Bozen aktiv ist, sondern auch der überörtliche Dienst „Gewalt im Alter“.
Zielgruppen des Dienstes sind ältere Menschen, die Gewalt, sei sie physischer, moralischer oder finanzieller Art, erfahren, pflegende Angehörige und Fachpersonal, Zeugen von Gewalttaten sowie Personen, welche Informationen zum Thema der Gewalt im Alter erhalten möchten.
Der Telefondienst bietet die Möglichkeit, die erlebte Situation telefonisch zu teilen und Kontakt zu den territorial zuständigen Diensten aufzunehmen.
Derzeit ist der Telefondienst von Montag bis Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr sowie am Donnerstag von 09.00-12.00 und 14.00-16.00 Uhr erreichbar. Zu den restlichen Zeiten, am Wochenende und an Feiertagen ist ein Anrufbeantworter aktiv. Ein Rückruf wird garantiert.

Freistellungen von der Arbeit für Eltern oder Angehörige von behinderten Menschen

Die Mutter oder der Vater eines behinderten Kindes kann um die Verlängerung des Elternurlaubes um 3 Jahre oder alternativ dazu um die Freistellung von der Arbeit für 2 Stunden täglich bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes ansuchen. Nach Vollendung des 3. Lebensjahres kann ein Elternteil 3 Sonderurlaubstage im Monat in Anspruch nehmen. Um letztere Erleichterung können auch Personen ansuchen, die einen Angehörigen ständig zu Hause betreuen. Die Behinderung des zu betreuenden Kindes oder Erwachsenen muss von der eigens vorgesehenen Kommission als „schwer“ eingestuft werden. (Gesetz Nr. 104/1992, Art. 33)

Rentenzuschuss für Pflegezeiten

Personen, die aufgrund der Pflege von Familienmitgliedern nicht oder nur in Teilzeit (weniger als 70%) arbeiten, können einen Zuschuss von Seiten der Region, für freiwillig eingezahlte Beiträge in die Pensionskasse oder in einen Zusatzrentenfond, erhalten. Die betreute Person muss in der 3. oder 4. Pflegestufe eingestuft sein. Nur wenn 2 Personen gepflegt werden, reicht die 2. Pflegestufe. Dasselbe gilt für Selbstständige, die aufgrund der Pflege, weniger oder überhaupt nicht arbeiten.

Sachwalterschaft

Für Personen, die aufgrund einer Krankheit bzw. einer physischen oder psychischen Beeinträchtigung Ihre Interessen, auch nur teilweise oder vorübergehend, nicht wahrnehmen können, gibt es die Möglichkeit als Beistand einen Sachwalter ernennen zu lassen. Dieser soll in all jenen Situationen den nötigen Beistand gewährleisten, in welchen eine Entmündigung nicht angebracht beziehungsweise nicht gerechtfertigt ist. Die Bestellung zum Sachwalter erfolgt durch den Vormundschaftsrichter.

Steuerliche Vergünstigungen im Gesundheitsbereich

Ausgaben für Medikamente, für ärztliche Betreuung und für Pflegepersonal können ganz oder teilweise bei der Steuererklärung abgeschrieben werden.

Beschriftung der Medikamentenverpackungen in Blindenschrift

Die Verpackungen von Medikamenten sind mit dem Namen des Präparats usw. in Blindenschrift versehen. Beim Einkauf von Medikamenten kann in den Apotheken weiters die Verpackung mit einer Etikette versehen werden, auf welcher das Verfallsdatum des Präparats in Blindenschrift aufscheint. Dies muss aber ausdrücklich angefordert werden.

3. HILFSMITTEL UND SEHHILFEN, KOMMUNIKATION



Ansuchen um Finanzierung von Hilfsmitteln seitens des Sanitätsbetriebes und steuerliche Vergünstigungen beim Ankauf von Hilfsmitteln

Blinde und Sehbehinderte mit einem berichtigten Sehvermögen von höchstens 1/10 oder einem Gesichtsfeld von weniger als 30% können beim Sanitätsbetrieb um die Finanzierung von verschiedenen Hilfsmitteln ansuchen. Weitere Informationen über die Möglichkeit einer Hilfsmittelberatung, über die Ansuchen um Finanzierung, sowie über steuerliche Vergünstigungen finden Sie auf der Seite "Hilfsmittel und Sehhilfen".

Vergünstigungen für Zivilblinde für Internet und Telefon

Die Aufsichtsbehörde für das Kommunikationswesen (AGCOM) hat folgende Erleichterungen für das Telekommunikationswesen für Sehgeschädigte beschlossen (delibera AGCOM n. 46/17/CONS del 26 gennaio 2017). Diese können von vollblinden Menschen in Anspruch genommen werden sowie von jenen, die von der Ärztekommission als teilblind eingestuft worden sind.
Es sind Erleichterungen beim Daten- und Telefonverkehr im Festnetz vorgesehen und zwar ein Preisnachlass von 50% auf die Monatsgebühr auf "flat" und "semiflat" Internet/Telefon-Verträgen, bzw. 180 monatliche Freistunden für die Internetnutzung bei Konsumverträgen.
Die Mobilfunknetzanbieter müssen Sehgeschädigten für den Daten- und Telefonverkehr 50 Prozent Rabatt auf Angebote anbieten welche mindestens 2000 Minuten kostenlosen Telefonverkehr und ein Datenvolumen von mindestens 10 Giga byte vorsehen. Die einzelnen Netzanbieter haben entsprechende Angebote ausgearbeitet, siehe nachfolgendes Rundschreiben.
Anders als Vollblinde müssen Teilblinde entscheiden, ob sie die Vergünstigungen für das Festnetz oder für das Mobilfunknetz in Anspruch nehmen möchten.
Um die Vergünstigung für das Festnetz kann sowohl vom blinden Teilnehmer selbst angesucht werden, als auch von einem Teilnehmer der mit einem blinden Familienmitglied lebt.


Vergünstigung beim Abschluss von Verträgen für Mobiltelefone

Blinde und Sehbehinderte mit einem berichtigten Sehvermögen von höchstens 1/10 oder einem Gesichtsfeld von weniger als 30% sind von der monatlich fälligen, staatlichen Konzessionsgebühr auf Handyverträgen befreit.

Postversand

Blindensendungen (Briefe, Bücher usw. auf Kassetten, CD oder in Punktschrift mit einem Gewicht bis zu 7 kg) können portofrei verschickt werden. Beim Verband sind die eigens dafür vorgesehenen Briefaufkleber erhältlich.


4. MOBILITÄT UND SELBSTÄNDIGKEIT



Orientierungs- und Mobilitätstraining sowie Training lebenspraktischer Fertigkeiten seitens des Blindenzentrums St. Raphael

Das Blindenzentrum St. Raphael bietet Schulungen für die Orientierung und Mobilität an. Ziel ist die sichere und selbstständige Fortbewegung. Im Rahmen eines Trainings für lebenspraktische Fertigkeiten können verschiedene häusliche Verrichtungen erlernt bzw. verbessert werden. Weitere Informationen finden sie jeweils auf der Internetseite des Blindenzentrums St. Raphael.

Kostenlose Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol

Mit dem Mitgliedsausweis des Verbandes können Sehgeschädigte kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol benutzen. Es handelt sich hierbei um alle im Südtiroler Tarifsystem zusammengefassten Verkehrsmittel, also alle Stadt- und Überlandbusse (ausgenommen das PostAuto Schweiz von Mals bis zur Staatsgrenze), die Regionalzüge auf den Strecken innerhalb Südtirols und bis Trient, die Mendel Standseilbahn, die Rittner Trambahn sowie die Seilbahnen Ritten, Jenesien, Vöran, Mölten und Meransen.

Ermäßigungen bei Zugfahrten

Mit dem Bahnausweis Modell 28/C welcher beim Blinden- und Sehbehindertenverband angefordert werden kann, können Blinden und Sehbehinderte folgende Vergünstigungen in Anspruch nehmen:

  • Bei Inlandsreisen erhält der alleinreisende Blinde oder Sehbehinderte eine Ermäßigung von 20%. Fährt er mit einer Begleitperson, beträgt die Ermäßigung für beide 50% (man reist zu zweit mit einer Fahrkarte).
  • Bei Auslandsreisen, die von Italien ausgehend angetreten werden, fährt die Begleitperson kostenlos. Am Bahnhofsschalter muss für den Sehgeschädigten eine Fahrkarte für die Hinreise und evtl. auch schon für die Rückreise ausgestellt werden sowie für den Begleiter eine Gratisfahrkarte.
  • Durch Vorweisen des Bahnausweises kann bei Fahrten mit Regional-, Direkt- und Interregionalzügen die Fahrkarte im Zug gelöst werden, ohne den hierfür vorgesehenen Aufschlag entrichten zu müssen.
  • Für Fahrten mit der Deutschen Bahn auf den Strecken in Italien fährt die Begleitperson eines Sehgeschädigten kostenlos, während der Sehgeschädigte, unabhängig ob er alleine oder mit Begleitung reist, eine normale Fahrkarte lösen muss.


Begleitdienste an Bahnhöfen und Flughäfen

Trenitalia bietet für Personen mit eingeschränkter Mobilität (Persone a ridotta mobilità PRM) an größeren und mittelgroßen Bahnhöfen einen kostenlosen Begleitdienst zum Ein- Um- und Aussteigen an. Bei Notwendigkeit wird auch zusammen die Fahrkarte am Schalter gelöst, sowie das Handgepäck des Betroffenen transportiert (1 Gepäckstück ist kostenlos).

Wer organisiert diesen Dienst?
Für Südtirol ist die Sala Blu von Verona zuständig. Diese ist täglich von 6.45 bis 21.30 geöffnet, auch an Festtagen.

Was muss man tun um den Dienst in Anspruch zu nehmen?
Die einheitliche Nummer für ganz Italien anrufen Tel.: 02323232, bzw. die grüne Nummer 800 90 60 60 erreichbar nur vom Festnetz aus.
Es ist auch möglich eine E-Mail zu senden an: salablu.verona@rfi.it. Der Dienst muss bei nationalen Fahrten 24 Stunden vor Reisebeginn angefragt werden sowie 48 Stunden vor Reisebeginn bei internationalen Fahrten, hierbei sind die Öffnungszeiten der Sala Blu zu berücksichtigen. Uhrzeit, Wagen- und Sitzplatznummer müssen angegeben werden.
Wer keinen Rollstuhl benötigt um sich fortzubewegen, muss dies klar mitteilen, damit nicht eigens eine mobile Rampe organisiert wird.

Wer Schwierigkeiten hat sich in italienischer Sprache zu verständigen, kann sich beim Verbandsbüro melden, sodass dieses den Dienst für den Betroffenen vereinbart, eine eigene Händynummer für Rückfragen ist aber in jedem Fall notwendig.

Hier die Bahnhöfe in Südtirol für welche der Dienst verfügbar ist:
Bozen, Brixen, Bruneck, Franzensfeste und Meran.

Die vorgesehenen Treffpunkte, aus welchen man auswählen kann, um sich eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges, mit den Zuständigen des Dienstes zu treffen:
- Bozen:
Foyer Fahrkartenschalter – Seite Tabaktrafik; Foyer Fahrkartenschalter; Eingang Taxi; Park Nordseite; Warteraum; Anschluss Zug.
- Brixen:
Foyer Fahrkartenschalter; Zone Taxi.
- Bruneck:
Foyer Fahrkartenschalter, Zone Taxi.
- Franzensfeste:
Foyer Fahrkartenschalter; Zone Taxi; Anschluss Zug.
- Meran:
Foyer Fahrkartenschalter; Zone Taxi.

Gleichzeitig kann man über diesen Dienst auch die von Trenitalia für behinderte Menschen reservierten Fahrkarten zu kostengünstigen Tarifen vormerken (z.B. Tarif Super Economy). Diese sind allerdings nur in sehr limitierter Anzahl verfügbar und eine frühzeitige Vormerkung ist vorteilhaft.

Bei Flugreisen kann ebenfalls ein Betreuungsdienst in Anspruch genommen werden. Umfang des Dienstes ist je nach Fluggesellschaft bzw. Flughafengesellschaft unterschiedlich. Jedenfalls muss der Dienst beim Buchen des Fluges angefragt werden.

Ermäßigung bei Inlandsflügen der Gesellschaften Alitalia und Meridiana

Alitalia hat für Blinde und Sehbehinderte die Sondertarife „Blind pax“ und „Blind companion“ vorgesehen. Interessierte können sich beim eigenen Reisebüro oder telefonisch bei der Zentralen Nummer der Alitalia 062222 (in italienischer Sprache) den Rabatt auf den Normalpreis des Tickets ausrechnen lassen, welcher von verschiedenen Faktoren abhängt, wie Strecke, Uhrzeit, Zeitpunkt der Vormerkung usw. Bei Onlinebuchungen können die Rabatte nicht in Anspruch genommen werden.
Meridiana gewährt Behinderten für Flüge von und nach Sardinien einen Sondertarif, der ansonsten nur für in Sardinien Ansässige angewandt wird.

Parkerlaubnis auf Invalidenparkplätzen sowie zum Befahren von Forststraßen

Für Blinde und Sehbehinderte mit einem berichtigten Sehvermögen von höchstens 1/10 oder einem Gesichtsfeld von weniger als 30% ist es möglich die Berechtigung zum Parken auf den für Invaliden reservierten Stellplätzen zu erhalten. Die Anfrage muss an die Ansässigkeitsgemeinde gerichtet werden.
Der Berechtigungsschein wird auf den Blinden selbst ausgestellt, ist also nicht fahrzeuggebunden. Inhaber dieses Berechtigungsscheines können damit auch die Forststraßen in Südtirol befahren. Die Autonome Provinz Südtirol hat allerdings eine saisonale Beschränkung hierfür eingeführt, so dass das Befahren der Forststraßen nur im Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober jeden Jahres erlaubt ist.

In einigen Südtiroler Gemeinden ist es für Inhaber des europäischen Behindertenparkscheines erlaubt auf den blauen Zonen im Stadtgebiet kostenlos zu parken, wenn die reservierten gelben Parkplätze besetzt sind (weitere Informationen auf der Seite des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit in einer Mitteilung von März 2016: http://www.dsg.bz.it/wdb.php?lang=de&oid=663&modul=new&action=v&site=)

Seit 2012 wird auch in Italien der europäische Parkschein ausgestellt, welcher in Europa genutzt werden kann. Die Ermächtigungen welche vor diesem Datum laut dem alten Modell ausgestellt worden sind (orange Farbe) und nur in Italien gelten, müssen spätestens bis September 2015 mit dem europäischen Parkschein (blaue Farbe) ausgetauscht werden.

Unter folgendem Link kann ein Ratgeber in italienischer Sprache, zur Benutzung des europäischen Parkscheins, heruntergeladen werden http://www.up.aci.it/pescara/IMG/pdf/BB_Italian-web_version_v1_contrassegno_disabili_europeo_.pdf

Erleichterungen beim Kauf eines Fahrzeuges

Beim Ankauf von Fahrzeugen können Blinde und Sehbehinderte mit einem berichtigten Sehvermögen von höchstens 1/10 oder einem Gesichtsfeld von weniger als 30%, in den Genuss von steuerlichen Vergünstigungen kommen. Diese können aber nur in Anspruch genommen werden, wenn das Fahrzeug auf den Sehgeschädigten lautet bzw. auf eine Person, die einen Sehgeschädigten steuerlich zu Lasten hat (z.B. Eltern sehgeschädigter Kinder).
Das Fahrzeug braucht in keiner Weise für Behinderte umgebaut zu sein, muss jedoch vorwiegend für den Transport des Sehgeschädigten benutzt werden.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Erleichterungen:
  • Abschreibung von 19% des Ankaufspreises von der Einkommenssteuer IRPEF (bis zu einem Ankaufspreis von höchstens € 18.075,99)
  • Reduzierter Mehrwertsteuersatz von 4%
  • Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer
  • Befreiung von der Landesumschreibungssteuer (IPT)
  • Abschreibung von außerordentlichen Reparaturausgaben am Fahrzeug von der Einkommenssteuer (nur für die ersten 4 Jahre nach dem Ankauf. Für die Abschreibung dürfen die Reparaturspesen zusammen mit dem Ankaufspreis € 18.075,99 nicht überschreiten)


Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 4% wird auch bei Leasingverträgen (Leasing traslativo) seitens Behinderter angewandt.

Sehgeschädigte können weiters bei den Vertragshändlern Fiat, Lancia und Alfa Romeo den sogenannten "Premio Fedeltá" in Anspruch nehmen welcher in einem Rabatt auf die jeweiligen Fahrzeugmodelle besteht. Auch bei PEUGEOT Automobili Italia werden besondere Preisnachlässe für Blinde- und Sehbehinderte gewährt.

Jahreskarte für Behinderte für die Benutzung der Europabrücke (A13)

Sehgeschädigte mit einer Invalidität von mehr als 50% können zur Benutzung der Europabrücke eine Jahreskarte für Behinderte beantragen. Das Fahrzeug, auf dem diese ausgestellt wird, muss auf den Sehgeschädigten zugelassen sein. Diese Jahresmautkarte kostet 36,00 € (statt 92,00 €) bzw. ist kostenlos, wenn man in Besitz einer Jahresvignette für die Benutzung des restlichen Autobahnnetzes in Österreich ist. Der Antrag ist im Büro der Mautstelle in Schönberg (Nordtirol) zu stellen; die notwendige Erklärung über den Prozentsatz der Invalidität kann im Verbandsbüro angefragt werden.

Blindenführhunde

Zur Verbesserung der Mobilität kann ein Blindenführhund nützlich sein. Um einen Führhund zur Verfügung gestellt zu bekommen, muss ein Antrag bei der Führhundschule eingereicht werden. Wird der Antrag angenommen, übernehmen einige Führhundschulen die Ausbildung des Hundes und stellen diesen kostenlos zur Verfügung. Bei der Übergabe bedarf es einer circa 2-wöchigen Schulung des Sehgeschädigten.

Begleitung bei Wahlen

Personen, die aufgrund ihrer Sehschädigung nicht selbständig wählen können, können sich von einer sehenden Person begleiten lassen. Diese muss in den Wahllisten einer Gemeinde Italiens eingeschrieben sein. Um diese Möglichkeit in Anspruch nehmen zu können, muss der Gemeinde ein ärztliches Zeugnis vorgelegt werden, welches bestätigt, dass der Betroffene nicht selbständig wählen kann. Vollblinde Personen brauchen lediglich das Rentenbüchlein für Zivilblinde vorlegen. Die Gemeinde trägt dann einen entsprechenden Vermerk in den persönlichen Wahlausweis ein.

Begleitungsdienst für Blinde und Sehbehinderte

Blinde und Sehbehinderte können einen Begleitungsdienst in Anspruch nehmen, welcher von einem Freiwilligen des nationalen Zivildienstes durchgeführt wird. Voraussetzung ist, dass der Interessierte aus Arbeits- oder Gesundheitsgründen bzw. wegen einer sozialen Tätigkeit eine Begleitperson benötigt. Für den Zeitraum, in dem der Dienst in Anspruch genommen wird, wird die Begleit- bzw. die Sonderzulage um monatlich Euro 93,00 gekürzt. Die Ansuchen können an den Blinden- und Sehbehindertenverband gerichtet werden, der ein entsprechendes Projekt mit einer Laufzeit von einem Jahr einreichen muss.

5. SCHULE, ARBEIT, WEITERBILDUNG



Blinde und Sehbehinderte können in den Bereichen Schule, Arbeit und Weiterbildung (Schulische Integration, Beschaffung eines Arbeitsplatzes, Ausstattung mit Hilfsmitteln, Pensionierung usw.) verschiedenen Vergünstigungen und Dienste in Anspruch nehmen. Weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Schule, Arbeit, Weiterbildung.

6. STEUERLICHE ERLEICHTERUNGEN IN VERSCHIEDENEN BEREICHEN


In folgenden Bereichen gibt es für Behinderte steuerliche Vergünstigungen:
Ankauf von Hilfsmitteln, Ankauf von Fahrzeugen seitens Sehgeschädigter, Ausgaben im Gesundheitsbereich, zu Lasten lebende behinderte Kinder, Kauf und Haltung von Blindenführhunden, Erbschaften und Schenkungen, Abbau architektonischer Barrieren in Privatgebäuden.
Über Einzelheiten informieren die Steuerberater oder Patronate, bzw. eine laufend aktualisierte Broschüre der Agentur der Einnahmen.
Es empfiehlt sich bei Eintreten entsprechender Situationen auf die Behinderung hinzuweisen (z.B. beim Abfassen der Steuererklärung).

Nachfolgend ist es möglich die Ausgabe von Januar 2017 der zusammenfassenden Broschüre über die steuerlichen Vergünstigungen für Invaliden der Agentur der Einnahmen in pdf-Format herunterzuladen.


7. WOHNEN



Beschaffung einer Wohnung

Bei der Gewährung eines Schenkungsbeitrags bzw. eines zinslosen Darlehens für den Ankauf oder Bau der Erstwohnung seitens des Landesamtes für Wohnbauförderung sowie bei der Zuweisung einer Mietwohnung durch das Wohnbauinstitut, gibt es je nach %-Satz der Invalidität des Antragsstellers oder eines Familienmitgliedes zusätzliche Punkte. Weitere Kriterien für den Erhalt und die Höhe sind Bedarf, Einkommens- und Vermögenssituation der Familie, Anzahl der Familienmitglieder usw.

Erleichterungen bei der Beseitigung von architektonischen Barrieren im privaten Wohnbereich

Das Landesamt für Wohnbauförderung gewährt Behinderten sowie den Familien mit einem behinderten Mitglied Beiträge für die behindertenspezifische Anpassung der Wohnung und des Außenbereichs. Für den Erhalt und die Höhe ist die Einkommens- und Vermögenssituation der Familie ausschlaggebend.
Je nach Eingriff und bei Erfüllung der vorgesehenen Kriterien können steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden z.B. Mehrwertsteuersatz von 4% und Abschreibung von 19% bzw. 36% von der IRPEF.