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Italienischer Blinden- und Sehbehindertenverband Onlus Landesgruppe Südtirol

FRÜHFÖRDERUNG, SCHULE, WEITERBILDUNG



Pädagogische Hausfrühförderung für Kleinkinder seitens des Blindenzentrums St. Raphael

Das Blindenzentrum St. Raphael bietet landesweit für blinde, sehbehinderte und mehrfachbehindert-sehgeschädigte Kinder vom Säuglingsalter bis zur Einschulung die „Pädagogische Hausfrühförderung“ an. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Blindenzentrums St. Raphael.

Integrative Beschulung

Grundsätzlich besuchen blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche die Regelschule (Grund-, Mittel-, Ober- und Berufsschule). Dabei werden sie je nach Notwendigkeit einige Stunden pro Woche von Integrationspersonal unterstützt. Hierfür muss eine Funktionsdiagnose oder Funktionsbeschreibung seitens des Rehadienstes des Sanitätsbetriebes erstellt werden.
Benötigt ein Schüler im Unterricht Hilfsmittel, kann mit einem Empfehlungsschreiben der Schulberatung des Blindenzentrums St. Raphael beim Schulsprengel darum angesucht werden. Das Hilfsmittel wird dem Schüler zur Verfügung gestellt, welcher es auch beim evtl. Wechsel der Klasse oder Schulstufe weiter verwenden darf.
Weiters kann beim Landesamt für Schulfürsorge um die Durchführung des Transportes in die Schule angefragt werden. Wenn die Erziehungsberechtigten die Fahrten zur Schule bzw. zu medizinischen Therapien selber übernehmen, kann um Vergütung der Fahrtspesen angesucht werden.

Schulberatung seitens des Blindenzentrums St. Raphael

Das Blindenzentrum St. Raphael bietet landesweit die Schulberatung für blinde und sehbehinderte Schüler aller Schulstufen an. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Blindenzentrums St. Raphael.

Schulbildung in spezialisierten Einrichtungen

Falls es nicht als sinnvoll erachtet wird den Sehgeschädigten in die Regelschule zu integrieren, kann dieser eine Blindenschule besuchen. Solche gibt es z.B. in Innsbruck und München. In Italien wurden Sonderschulen abgeschafft und Behinderte können ausschließlich die Regelschule besuchen. Beim Landesamt für Schulfürsorge kann um eine eventuelle Kostenübernahme angesucht werden.

Berufsbildung in spezialisierten Einrichtungen

Berufsausbildungen z.B. zum Telefonisten, zur Bürokraft oder Physiotherapeuten werden in spezialisierten Einrichtungen im In- und Ausland angeboten. Beim Landesamt für Berufsbildung kann um eine eventuelle Kostenübernahme angesucht werden.

Leistungen während des Studiums

In jeder Universität gibt es eine Anlaufstelle für Studenten mit Behinderung. Diese steht für die verschiedensten Anliegen zur Verfügung, wie z.B. Unterstützungsmaßnahmen für die Absolvierung der Aufnahmeprüfungen sowie der weiteren Prüfungen (z.B. mehr Zeit oder Benutzung von Hilfsmitteln), Digitalisierung von Büchern, Ausstattung mit Hilfsmitteln, Zuweisung eines Tutors.
An den staatlichen Universitäten Italiens ist eine Befreiung der Studiengebühren ab einer Invalidität von 66% vorgesehen. Bei einem niedrigeren %-Satz können von den Universitäten fakultativ Befreiungen gewährt werden.
Beim Landesamt für Hochschulförderung, Universität und Forschung kann unter anderem um eine eventuelle Rückvergütung von Reisespesen, Ausgaben für die Digitalisierung von Büchern, Spesen für Begleitpersonen angesucht werden.

Umschulung und Weiterbildungskurse seitens des Blindenzentrums St. Raphael

Das Blindenzentrum St. Raphael organisiert bei Bedarf für Gruppen oder Einzelpersonen
Umschulungskurse, Blindenschriftkurse, Computerkurse und Berufsbildungskurse.

Zweisprachigkeitsprüfung

Bei der Zweisprachigkeitsprüfung kann der sehbehinderte Kandidat anfragen, von einer sehenden Begleitperson unterstützt zu werden. Diese liest die Texte vor und schreibt die vom Kandidaten diktierten Antworten nieder. Alternativ dazu kann um zusätzliche Zeit, vergrößerte Vorlagen usw. angesucht werden. Das entsprechende Ansuchen kann über den Verband eingereicht werden.

RECHTE ALS BEHINDERTER ARBEITNEHMER



Die Arbeit gehört für jeden Menschen zu den grundlegenden Notwendigkeiten. So haben auch Blinde und Sehbehinderte, durch die Ausübung eines Berufes, die Möglichkeit, sich aktiv zu fühlen und ihr eigenes soziales Leben zu gestalten.

Berufs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Arbeitseingliederung

Die Berufe des Telefonisten sowie des Physiotherapeuten sind für Blinde mit Gesetz geschützt. Das heißt, dass Betriebe, die gewissen Kriterien entsprechen, solche einstellen müssen. In die entsprechenden Berufsalben können Personen mit einem berichtigten Sehvermögen von höchstens 1/10 oder einem Gesichtsfeld von weniger als 30% eingetragen werden, die einen eigenen Ausbildungslehrgang besucht haben.
Ein weiterer, für Sehgeschädigte geschützter Beruf ist jener des Lehrers; hier sind bei Wettbewerben eine gewisse Anzahl der zu vergebenden Stellen für Sehgeschädigte reserviert.

Für andere Berufsbilder oder für Sehbehinderte mit einem Sehvermögen von mehr als 1/10 besteht die Möglichkeit, sich in die Vermittlungsliste für die gezielte Arbeitsvermittlung eintragen zu lassen. Hierfür muss der Interessierte arbeitslos sein und eine Invalidität von mindestens 46% aufweisen.
Das Landesamt für Arbeitsservice führt für Menschen mit Behinderung individuelle Arbeitseingliederungsprojekte durch, um eine schrittweise Integration in die Arbeitswelt zu erreichen.
Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit ist der Besuch einer geschützten Werkstatt.

Wettbewerbe

Bei öffentlichen Wettbewerben erhalten Behinderte zum Bearbeiten der Prüfungsaufgaben zusätzliche Zeit oder können ihre Hilfsmittel benutzen. Der Kandidat muss im Gesuch angeben, was er benötigt. Ähnliches gilt für die Zweisprachigkeitsprüfung.

Arbeitszeitverkürzung

In bestimmten Fällen können Arbeitnehmer mit Behinderung um eine Arbeitszeitverkürzung von täglich 2 Stunden oder alternativ dazu um 3 Sonderurlaubstage im Monat ansuchen (Gesetz Nr. 104/1992, Art. 33). Die Behinderung des Antragsstellers muss von der eigens vorgesehenen Kommission als „schwer“ eingestuft werden.

Gutschrift von Pensionsjahren

Das Gesetz Nr. 120/1991 legt fest, dass blinden Arbeitnehmern pro geleistetem Arbeitsjahr eine Gutschrift von 4 Monaten an Versicherungszeit gewährt wird. Voraussetzung ist, ein berichtigtes Sehvermögen von nicht mehr als 1/10 aufzuweisen oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld von weniger als 30% zu haben, bestätigt durch die Ärztekommission.

Arbeitnehmern mit einem höheren Sehvermögen, deren Invalidität aber mehr als 74% beträgt, werden laut Gesetz Nr. 388/2000 pro geleistetem Arbeitsjahr 2 Monate gutgeschrieben; die Höchstzahl der gutgeschriebenen Jahre beträgt hier 5.

Arbeitsunfähigkeitsrente durch vermindertes Sehvermögen

Ein Berufstätiger, dem es aufgrund einer Sehbehinderung nicht mehr möglich ist seine Arbeit auszuüben, kann um Anerkennung der Arbeitsunfähigkeit ansuchen. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller die hierfür notwendigen Versicherungsjahre aufweisen kann. Detaillierte Informationen zum eigenen spezifischen Fall erteilen die Patronate.

Vergünstigungen für den Arbeitgeber

Anpassung des Arbeitsplatzes

Private Arbeitgeber können beim Landesamt für Arbeitsservice um einen Beitrag für die behindertengerechte Anpassung eines Arbeitsplatzes ansuchen. Die Ausgaben müssen vom Arbeitgeber vorgestreckt werden. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer zeitlich unbefristet angestellt ist.

Ausgleichszahlungen

Private Arbeitgeber können beim Landesamt für Arbeitservice um eine teilweise Übernahme der Sozialabgaben ansuchen, sofern effektiv eine geringere Produktivität des behinderten Arbeitnehmers nachgewiesen wird.

Mailing List in italienischer Sprache des Nationalverbandes

Auf nationaler Ebene ist eine Diskussionsliste zum Thema Arbeit aktiv "uici-promozionelavoro". Die Registrierung kann auf folgender Internetseite vorgenommen werden http://it.groups.yahoo.com/group/uici-promozionelavoro/. Für weitere Informationen oder bei Schwierigkeiten ist es möglich Herrn Ambrosino zu kontaktieren (giuseppe.ambrosino@alice.it).